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Das Geheimnis der alten Seelen

  • Beitrags-Kategorie:Allgemein
  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit

Alte Seelen Teddynauten

Ein Anfang, der sich anfühlt wie ein Wiedersehen.

Eine kleine, knarrende Raumstation am Rand des Vergessens. Die Luminara, das Sternenschiff unserer kleinen Helden liegt angedockt, als hätte sie dort schon seit Jahrhunderten geruht. Über dem Eingang schwebt in leuchtender Schrift: „Archiv der alten Seelen. Zutritt nur für Wiederkehrer.“

Noel, mit einem leicht schief sitzenden Pilotenhelm und einer karamellfarbenen Keksdose unterm Arm.

„Warum riecht’s hier nach altem Papier und Vanillepudding?“

Er schnuppert. „Und… irgendwie nach mir selbst? Vor sehr langer Zeit?“

Emil zieht einen langen, mit Sternen bestickten Mantel enger um die Schultern und sieht sich ruhig um.

„Das liegt an den Erinnerungen. Hier werden nicht nur Geschichten aufbewahrt. Sondern auch das, was Seelen einst waren, bevor sie vergaßen.“

Lupi wird fast von einem schwebenden Bücherwesen umgeflogen und ruft begeistert.

„Ich hab grad ein Kapitel über mich gefunden! Ich war wohl mal ein lichtstrahlender Bibliothekar in Atlantis. Oder eine Krake. Es ist nicht ganz eindeutig.“

Die Tür zum Innersten öffnet sich langsam – kein Schlüssel, nur ein Gefühl.

Dahinter purzeln unendlich viele Kassetten, Schriftrollen, Lichtfragmente auf unendlichen Regalen durcheinander .

Und mittendrin ein alter Spiegel. Kein gewöhnlicher. Einer, der dein innerstes Ich zeigt. Oder besser gesagt, deine älteste Version.

Noel tritt als Erster vor den Spiegel.

Er sieht sich selbst. Jünger, älter, zugleich. Seine Augen tragen dieselbe Frage wie heute. Wo gehör ich hin?

Aber sein Spiegelbild lächelt.

„Du warst schon immer auf dem Weg. Du hast nur oft getan, als wär’s Zufall.“

Emil schaut still hinein.

Er sieht nicht sich selbst, sondern einen Kreis.

Sterne, die sich in Schleifen bewegen.

Er flüstert:

„Zeit ist ein Instrument. Die Seele weiß längst, wie man spielt.“

Lupi traut sich zuletzt.

Sein Spiegelbild macht einen Purzelbaum und wirft Konfetti.

Dann wird es ernst, ganz kurz.

„Du bist die Erinnerung an das Leichte. Bleib das. Die Galaxien brauchen’s.“

    „Alte Seelen erkennen einander nicht am Namen. Sondern daran, wie still es im Herzen wird, wenn man sich begegnet.“

    Emil

    „Ich wusste sofort, dass ich dich schon mal vergessen hab.“

    Noel

    „Ich glaub, ich hab mein Ich zwischen zwei Leben liegen gelassen. Aber es kitzelt immer noch, wenn ich an der richtigen Stelle kratze.“

    Lupi

Und als die drei sich umdrehen, leuchtet über dem Spiegel ein Satz auf:

„Wer du warst, ist nur die Erinnerung. Wer du bist, ist die Reise.“